Neben den Zwangs-Vergütungszahlungen für den Strom aus Windanlagen (EEG)
entstehen verdeckte Kosten durch den Betrieb dieser Anlagen . Es müssen
Schattenkraftwerke für die intermittierende Einspeisung vorgehalten werden.
Der Betrieb wird sich trotz Nachrüstung der WEA auf neue Techniken zur
Erlangung des System-Dienst-Leistungs-Bonus (SDL-Bonus), gemäß dem EEG von
0,5 Cent/kWh, wegen der bekannten Gründe wahrscheinlich nicht so einstellen,
wie man den Strom braucht. Hierzu werden die Schattenkraftwerke verstärkt
einspringen müssen. Es entstehen unnütz Transporte und damit Verluste im
Netz. Die Netze müssen für extreme Einspeise-Spitzen ausgebaut werden.
Was das tatsächlich kostet, weis niemand. Vor ca. 7 Jahren hatte Dr. Tauber
(E.ON) einen Wert von 2,5 Ct./kWh ermittelt. Seitdem hüten sich die
Netzbetreiber zu diesem Thema konkrete Zahlen zu nennen. Klar, sie sind ja
mittlerweile mit die größten Betreiber von WEA und damit auch letztlich
Nutznießer des EEG.
Nun hat die Firma PSE (www.PSE.COM) im Staat Washington (USA) einen Antrag
bei FERC (US-Netzagentur) gestellt, dass jede WEA pro Monat mit 2,81 USD je
kW Leistung als Kostensatz zahlen soll. Wenn man einen solchen Antrag
stellt, muss man die Kosten belegen. Der Wert könnte also real sein. Würde
man diesen Wert bei angenommener identischer Windnutzung und gegenwärtiger
Währungsparität für D übernehmen, käme man auf 26 Euro je kW und Jahr. -
Achtung Dr. Tauber bezog sich auf Einspeisung, PSE bezieht sich auf
installierte (!) Leistung.
Würde man diesen Wert nun umrechnen auf die Einspeisung von 40 Mrd. kWh
p.a. (wurde 2009 nicht ganz erreicht) und etwa 30 Mio. kW installierter
Leistung, käme man auf einen Betrag von etwa 1,95 Ct./kWh. Das entspräche
dem Wert, den Dr. Tauber ermittelt hatte.
Allerdings gibt es eine erhebliche Abweichung zwischen den Netzkosten in
Deutschland und den US. Diese sind in Deutschland etwa 3x so hoch wie in
den USA. Der anzusetzende Kostenwert für Deutschland müsste deshalb
wesentlich über diesen abgeleiteten 1,95 Cent liegen.
Es ist also weiterhin volkswirtschaftlich richtig, dass man besser den
Windstrom nicht einspeisen würde, sondern den WEA-Betreibern, abgeleitet aus
den WEA-Leistungsdaten, den EEG-Sätzen und der Windstärke, Erlöse für
virtuelle Einspeisungen gewähren würde und den Strom preisgünstiger und
sicherer mit konventionellen Kraftwerken erzeugen würde. Was natürlich
insgesamt der blanke Wahnsinn wäre.
Im Übrigen zeigt die Aktion von PSE, wie trickreich die Netzbetreiber (die
auch WEA-Betreiber sind) vorgehen. Einerseits gibt man sich den
Öko-Grünen-Anstrich durch den Besitz von WEA und Solar-Anlagen. Andererseits
kassiert man für den durch WEA verursachten Netz-Mehraufwand, zwar
einerseits bei sich selbst, aber hauptsächlich bei Dritten, den anderen
WEA-Betreibern. Das ist übrigens der identische Ansatz bei den Deutschen
großen vier Verbundnetz-Betreibern.
(Mit freundlicher Unterstützung von Herrn Wagner und Prof. Dr. Helmut Alt)
Quelle: Aktuelle Information zu Strom- und Windkraft-Informationen 2010 von naeb
mit WEB-Seite www.naeb.info Ausgabe 2010 - 05
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